Seit über 31 Jahren ist in Göttingen ein Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung stationiert. Viele Patienten verdanken ihm ihr Leben. Allein im vergangenen Jahr startete der rot-weiße Hubschrauber 1.435-mal als schneller Notarztzubringer zu Rettungseinsätzen. Damit blieb die Einsatzstärke auf dem hohen Vorjahresniveau (2010: 1.435 Einsätze).
Im Notfall zählt jede Minute. Deshalb gehörten von Januar bis Dezember lebensgefährliche Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt zu den häufigsten Alarmierungsgründen von „Christoph 44“. Aber auch Patienten mit Brandverletzungen, Vergiftungen oder Krampfanfällen mussten notärztlich behandelt werden. In den Sommermonaten wurde der Hubschrauber häufig zu verunglückten Motorradfahrern, verletzten Sportlern oder zu Patienten mit lebensgefährlichen allergischen Reaktionen nach Wespenstichen alarmiert. Auch Kinder waren auf schnelle Hilfe aus der Luft angewiesen: 2011 versorgte die Göttinger Besatzung 82 kranke oder verletzte Kinder.
„2011 war ein einsatzstarkes Jahr in Göttingen“, erinnert sich Pilot Karl-Heinz Weichert. „Das Jahr startete mit unserem 38.000. Einsatz. Auf der Bundesstraße bei Oelshausen war ein Fahrzeug in einen mit mehreren Personen besetzten umgekippten Kleinbus gefahren. Unser Notarzt versorgte eine junge Frau, die durch den Zusammenstoss schwere innere Verletzungen erlitten hatte. Anschließend flogen wir sie so schnell und schonend wie möglich in das Göttinger Universitätsklinikum. Und auch ein Einsatz im Sommer ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Bei einer Abendveranstaltung auf der Burg Adelebsen klagte eine Besucherin plötzlich über starke Herzschmerzen. Kurz vor Sonnenuntergang landeten wir auf den Burgterrassen und versorgten die Frau. Ende des Jahres machte ein Sturz vom Gerüst unseren Einsatz nötig: Ein Monteur war aus etwa drei Metern Höhe eines Fassadengerüsts gestürzt und hatte sich dabei schwer verletzt. Nach der Landung auf dem Domplatz von Bad Gandersheim konnten unser Notarzt und unser Rettungsassistent den Mann stabilisieren. Anschließend transportierten wir ihn in das Universitätsklinikum Göttingen.“
Der am Universitätsklinikum stationierte Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung ist täglich von 7.00 Uhr morgens bis Sonnenuntergang einsatzbereit. Er ist mit erfahrenen Piloten, Notärzten und Rettungsassistenten (HEMS Crew Member) besetzt und mit allen medizintechnischen Geräten ausgestattet, die für eine optimale Patientenversorgung notwendig sind. Einsatzorte im Umkreis von 60 Kilometern kann „Christoph 44“ in maximal 15 Minuten erreichen. Sein Einsatzgebiet umfasst die Landkreise Göttingen, Northeim, Osterode/Harz und ihre Leitstellen. Darüber hinaus wird er auch von den Leitstellen Kassel, Holzminden, Höxter, Eichsfeld und Werra Meißner eingesetzt.
In Niedersachsen ist neben „Christoph 44“ ein weiterer Hubschrauber der DRF Luftrettung stationiert: der Hannoveraner Intensivtransporthubschrauber „Christoph Niedersachsen“. Zusammen leisteten sie rund sechs Prozent aller Einsätze der DRF Luftrettung im Jahr 2011 (2.226 von 38.366 Einsätzen).
Bundesweit setzt die DRF Luftrettung an 28 Stationen Hubschrauber für die Notfallrettung und für dringende Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein, an acht Stationen sogar 24 Stunden am Tag. Dazu kommen zwei Stationen in Österreich und eine in Dänemark. Über die Hubschrauberrettung hinaus führt die DRF Luftrettung weltweite Patiententransporte mit eigenen Ambulanzflugzeugen und hoch qualifiziertem Personal durch.
In Deutschland hat jeder Betroffene Anspruch auf den Einsatz eines Rettungshubschraubers, wenn dies medizinisch erforderlich ist. Die Kosten der Luftrettung werden im bundesweiten Durchschnitt allerdings nicht vollständig von den Krankenkassen bezahlt: „Zum Wohle der uns anvertrauten Patienten investieren wir fortlaufend in die Optimierung medizintechnischer Geräte, die Modernisierung unserer Flotte und die Fortbildung unseres Personals. Auch besondere Rettungsverfahren, wie die Wasser- und Windenrettung, bedeuten hohe Anschaffungskosten sowie regelmäßige Schulungsmaßnahmen. Diese vielfältigen Investitionskosten müssen wir als gemeinnützig tätige Organisation bisher selbst tragen“, erklärt Steffen Lutz, Vorstand der DRF Luftrettung.
Zur Finanzierung ihrer Arbeit ist die DRF Luftrettung daher auf die Unterstützung von Förderern angewiesen. Bundesweit informieren deshalb Außendienstmitarbeiter über die Arbeit der gemeinnützigen Organisation. Infotelefon: 0711-70072211. Mehr Informationen im Internet unter www.drf-luftrettung.de
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