Vom 27. bis 30. August 2010 wird in der Lokhalle Göttingen musikalisches Neuland betreten – mit einem Festival, das neue und zeitgenössische Musik im Rahmen eines bundesweiten Programms des Netzwerks Neue Musik bietet. Vom 25. August bis zum 12. September tourt ein Klangzug durch die Republik und hält in 15 Orten, die in diesem Netzwerk mitwirken, um für Neue Musik mehr öffentliche Wahrnehmung und Akzeptanz zu erzeugen. Das Projekt nennt sich „Sounding D“ und ist im Netz unter gleichnamiger Adresse zu finden. Dort lassen sich auch schon kreative akustische Eindrücke der Einzelnen Projektstationen gewinnen. Der Auftakt wird in Dresden stattfinden, der Abschluss in Eisenach – neben diesen beiden Festivals wird das Göttinger als der niedersächsische Beitrag von Musik 21 – dem niedersächsischen Netzwerk-Partner – die größte Veranstaltung im Rahmen von „Sounding D“ sein.
Dort steht das viertägige Festival unter dem programmatischen Thema „Linien“, das mit ausgewählten Beispielen aus der neuen und zeitgenössischen Musik verschiedene Aspekte beleuchten soll. Ein Schwerpunkt liegt auf amerikanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. In den eigenen Zielen gibt man sich ehrgeizig: Vermittlung zeitgenössischer Musik an ein breites Publikum, Förderung der Auseinandersetzung junger Musikerinnen mit zeitgenössischer Musik, Entwicklung und Durchführung innovativer Veranstaltungsformen für zeitgenössische Kunst und die kooperative Vernetzung verschiedener Projekte zur zeitgenössischen Musik. Letzteres ist schon gelungen, alles, was in Göttingen für die Förderung Neuer Musik Rang und Namen hat, arbeitet für das Festival zusammen: Das Göttinger Symphonie Orchester, das in seinem Repertoire die zeitgenössische Musik immer wieder hervorhebt und auch Kompositionsaufträge erteilt hat; das Projekt „Epoche F“ der Stiftung Jugend musiziert Niedersachsen, das hochbegabten jungen Musikern und Preisträgern des Bundeswettbewerbs Jugend musiziert Meisterkurse mit der Internationalen Ensemble Modern Akademie ermöglicht und sie bei Konzerten mit den Spitzenmusikern des Ensemble Modern auftreten lässt; das Seminar für Musikwissenschaft der Universität Göttingen, das dank Prof. Grant einen Schwerpunkt auf die zeitgenössische Musik setzt; das Projekt Musik 21 Niedersachsen, das landesweit Neue Musik-Initiativen in Niedersachsen verbindet, um die Wahrnehmung der Neuen Musik im Bundesland – in Städten wie im ländlichen Raum – und darüber hinaus maßgeblich zu vergrößern.
Ergänzt wird der Reigen der Musikschaffenden um Veranstaltungsgrößen wie die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Göttingen als Betreiberin der Lokhalle und weiteren Göttinger Initiativen wie etwa Shopping Music und andere. Mit der Lokhalle Göttingen ist auch der Veranstaltungsort für das Festival passend gewählt. Die Raumkomposition „Beschleunigung.lokhalle.9/04“ des Schweizer Komponisten Daniel Ott, deren Zweitaufführung einer der Festivalhöhepunkte ist, ist speziell für diese Halle geschrieben worden.
Gefördert wird das Festival durch die Bundeskulturstiftung, die Stiftung Niedersachsen, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Stadt Göttingen und die Göttinger Kulturstiftung, Pro helvetia und den Landschaftsverband Südniedersachsen. Als Sponsoren werden sich unter anderem auch die Sparkasse Göttingen, die Stadtwerke Göttingen AG und die Städtische Wohnungsbau GmbH beteiligen. Kulturpartner ist NDR Kultur, einer der Medienpartner Deutschlandradio Kultur – mit breitem Medienecho wird also ebenfalls zu rechnen sein.
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