Herr Näder, bei Otto Bock stehen die Zeichen auf Veränderung. Was sind Ihre Pläne für das nächste Jahrzehnt?
Wir haben unsere Corporate Brand renoviert – um uns als Marke des 21 Jahrhunderts zu positionieren, die für Unabhängigkeit und Lebensqualität steht. Die modifizierte Sütterlinschrift meines Großvaters verschwindet aus dem Logo, weil sie in vielen Ländern nicht lesbar ist. Dieser Prozess wird weltweit bis Ende 2012 abgeschlossen sein. Parallel dazu haben wir unsere Wachstumsstrategie 2020 beschlossen. Sie hat zum Ziel, den Umsatz der Otto Bock HealthCare auf 1,3 Mrd. Euro zu steigern, der Otto Bock Kunststoff auf 200 Mio. und von Sycor auf 100 Mio. Die Mitarbeiterzahl von heute 5.000 weltweit in 44 Ländern soll auf 9.000 ansteigen. Damit verbunden sind natürlich auch starke Investitionen hier vor Ort.
Welche Veränderungen zeichnen sich allgemein, aber auch technisch mittelfristig in der Medizintechnik ab?
Der gesundheitsökonomische Nutzen gerät immer stärker in den Vordergrund, dass also die Produkte und Dienstleistungen die Patienten wieder schneller in die Familie und den Arbeitsplatz integrieren. Ebenso bekommt das Thema Schulung einen größeren Stellenwert. Gerade in den Emerging Markets verbinden wir immer Produkt und Service mit Schulungs- und Ausbildungskonzepten. Technisch wird in den kommenden zehn Jahren die Verbindung zwischen Nerven und Arm- sowie Beinprothesen stattfinden. Das heißt voll funktionale Extremitäten, in denen Sie Gefühl haben werden, mit denen Sie warm und kalt fühlen können.
Wie stehen die Standorte Niedersachsen und Südniedersachsen im internationalen Vergleich da?
Für uns ist Duderstadt Heimathafen und Headquarter für die Healthcare-Aktivitäten. Damit hat die Region einen Weltmarktführer im Bereich Medizintechnik, was natürlich auch im niedersächsischen Kontext eine große Bedeutung hat. Es gibt eine intensive Zusammenarbeit mit der Universität, der Universitätsmedizin, der PFH, der HAWK, aber auch mit Hochschulen in Braunschweig oder der MHH in Hannover. Dieses Forschungsnetzwerk in Niedersachsen ist in unserem Bereich international erste Liga.
>Haben Sie den Eindruck, dass Sie mit der Firmenzentrale in Duderstadt etwas weit ab vom Schuss sind?
Überhaupt nicht. Wir liegen mitten in Deutschland, empfangen hier jedes Jahr 15.000 Besucher aus 70 Ländern und die sind fasziniert von der tollen Fachwerkstadt. Duderstadt, Berlin und Wien sind unsere Hauptaktionsfelder und wir sind weltweit in Metropolen ansässig wie London, Paris, Tokio. Von Provinz ist da nichts zu spüren. Duderstadt hat im Gegenteil eher den positiven Aspekt der Entschleunigung.
Durch das Hesse-Gutachten zur kommunalen Struktur ist jetzt Bewegung in die Frage einer Fusion Osterodes, Northeims und Göttingens gekommen. Sehen Sie in einem solchen Zusammengehen Vorteile?
Ich persönlich halte große Einheiten für gut und wenn wir über eine Region Südniedersachsen sprechen, dann muss man auch irgendwann über einen Großkreis in Südniedersachsen nachdenken. Das spart Kosten und die Effizienz kann man dadurch auch steigern. Das ganze ist natürlich ein Politikum, weil sich dadurch die politischen Machtverhältnisse in dem potenziellen Großkreis verschieben.
Das Gutachten kritisiert, dass in Südniedersachsen der Regionalverband und die SüdniedersachsenStiftung eher gegeneinander arbeiten.
Das sind ganz unterschiedliche Initiativen. Die Stiftung ist eine Initiative der Wirtschaft, der Regionalverband eine der Landkreise und beide haben eine andere Zielsetzung. Ich denke, dass sowohl die SüdniedersachsenStiftung als auch der Regionalverband ihre Daseinsberechtigung haben.
Wäre es nicht besser, wenn man an einem Strang ziehen würde und es nur eine Institution gäbe, die sich um Regionalentwicklung kümmert?
Da muss man sich entscheiden, was effektiver ist: eine Initiative der Wirtschaft oder der Politik. Ich bin da ganz klar auf Seiten der Wirtschaft. Die SüdniedersachsenStiftung hat mittlerweile einen Etat von 150.000 Euro und ist in ganz vielen Projekten engagiert. Aus dem Regionalverband kenne ich nur politische Lippenbekenntnisse, aber keine konkreten Projekte, die dort erfolgreich umgesetzt werden. Ich persönlich halte den Regionalverband für relativ überflüssig.
Das Wirtschaftsministerium fördert im Rahmen regionaler Strukturpolitik Initiativen wie die Weserbergland AG, Hannover Impuls etc., die ganz andere Personalkapazitäten haben als etwa die SüdniedersachsenStiftung. Kann die Stiftung da kapazitär überhaupt konkurrieren?
Na klar. Mit der Manpower und dem Input und Output sind wir weitaus effizienter als die eben Genannten, wenn man sich einfach nur anschaut, wie viel damit bewegt wird.
Wir haben unsere Corporate Brand renoviert – um uns als Marke des 21 Jahrhunderts zu positionieren, die für Unabhängigkeit und Lebensqualität steht. Die modifizierte Sütterlinschrift meines Großvaters verschwindet aus dem Logo, weil sie in vielen Ländern nicht lesbar ist. Dieser Prozess wird weltweit bis Ende 2012 abgeschlossen sein. Parallel dazu haben wir unsere Wachstumsstrategie 2020 beschlossen. Sie hat zum Ziel, den Umsatz der Otto Bock HealthCare auf 1,3 Mrd. Euro zu steigern, der Otto Bock Kunststoff auf 200 Mio. und von Sycor auf 100 Mio. Die Mitarbeiterzahl von heute 5.000 weltweit in 44 Ländern soll auf 9.000 ansteigen. Damit verbunden sind natürlich auch starke Investitionen hier vor Ort.
Welche Veränderungen zeichnen sich allgemein, aber auch technisch mittelfristig in der Medizintechnik ab?
Der gesundheitsökonomische Nutzen gerät immer stärker in den Vordergrund, dass also die Produkte und Dienstleistungen die Patienten wieder schneller in die Familie und den Arbeitsplatz integrieren. Ebenso bekommt das Thema Schulung einen größeren Stellenwert. Gerade in den Emerging Markets verbinden wir immer Produkt und Service mit Schulungs- und Ausbildungskonzepten. Technisch wird in den kommenden zehn Jahren die Verbindung zwischen Nerven und Arm- sowie Beinprothesen stattfinden. Das heißt voll funktionale Extremitäten, in denen Sie Gefühl haben werden, mit denen Sie warm und kalt fühlen können.
Wie stehen die Standorte Niedersachsen und Südniedersachsen im internationalen Vergleich da?
Für uns ist Duderstadt Heimathafen und Headquarter für die Healthcare-Aktivitäten. Damit hat die Region einen Weltmarktführer im Bereich Medizintechnik, was natürlich auch im niedersächsischen Kontext eine große Bedeutung hat. Es gibt eine intensive Zusammenarbeit mit der Universität, der Universitätsmedizin, der PFH, der HAWK, aber auch mit Hochschulen in Braunschweig oder der MHH in Hannover. Dieses Forschungsnetzwerk in Niedersachsen ist in unserem Bereich international erste Liga.
>Haben Sie den Eindruck, dass Sie mit der Firmenzentrale in Duderstadt etwas weit ab vom Schuss sind?
Überhaupt nicht. Wir liegen mitten in Deutschland, empfangen hier jedes Jahr 15.000 Besucher aus 70 Ländern und die sind fasziniert von der tollen Fachwerkstadt. Duderstadt, Berlin und Wien sind unsere Hauptaktionsfelder und wir sind weltweit in Metropolen ansässig wie London, Paris, Tokio. Von Provinz ist da nichts zu spüren. Duderstadt hat im Gegenteil eher den positiven Aspekt der Entschleunigung.
Durch das Hesse-Gutachten zur kommunalen Struktur ist jetzt Bewegung in die Frage einer Fusion Osterodes, Northeims und Göttingens gekommen. Sehen Sie in einem solchen Zusammengehen Vorteile?
Ich persönlich halte große Einheiten für gut und wenn wir über eine Region Südniedersachsen sprechen, dann muss man auch irgendwann über einen Großkreis in Südniedersachsen nachdenken. Das spart Kosten und die Effizienz kann man dadurch auch steigern. Das ganze ist natürlich ein Politikum, weil sich dadurch die politischen Machtverhältnisse in dem potenziellen Großkreis verschieben.
Das Gutachten kritisiert, dass in Südniedersachsen der Regionalverband und die SüdniedersachsenStiftung eher gegeneinander arbeiten.
Das sind ganz unterschiedliche Initiativen. Die Stiftung ist eine Initiative der Wirtschaft, der Regionalverband eine der Landkreise und beide haben eine andere Zielsetzung. Ich denke, dass sowohl die SüdniedersachsenStiftung als auch der Regionalverband ihre Daseinsberechtigung haben.
Wäre es nicht besser, wenn man an einem Strang ziehen würde und es nur eine Institution gäbe, die sich um Regionalentwicklung kümmert?
Da muss man sich entscheiden, was effektiver ist: eine Initiative der Wirtschaft oder der Politik. Ich bin da ganz klar auf Seiten der Wirtschaft. Die SüdniedersachsenStiftung hat mittlerweile einen Etat von 150.000 Euro und ist in ganz vielen Projekten engagiert. Aus dem Regionalverband kenne ich nur politische Lippenbekenntnisse, aber keine konkreten Projekte, die dort erfolgreich umgesetzt werden. Ich persönlich halte den Regionalverband für relativ überflüssig.
Das Wirtschaftsministerium fördert im Rahmen regionaler Strukturpolitik Initiativen wie die Weserbergland AG, Hannover Impuls etc., die ganz andere Personalkapazitäten haben als etwa die SüdniedersachsenStiftung. Kann die Stiftung da kapazitär überhaupt konkurrieren?
Na klar. Mit der Manpower und dem Input und Output sind wir weitaus effizienter als die eben Genannten, wenn man sich einfach nur anschaut, wie viel damit bewegt wird.









